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Allgemeinbildung ABU Berufsschulen

















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Unter Allgemeinbildung versteht man heute, dass jeder Mensch einerseits eine gute Grundbildung erhalten soll, aber auch in seinen geistigen, ethischen und charakterlichen Fähigkeiten sich so weiterbildet, dass er den Alltag bewältigen kann, in der Berufswelt und in der Familie zurecht kommt. Man redet heute umgangssprachlich oft von Schlüsselqualifitkationen.Damit sind aber nicht nur die schulischen und beruflichen Fähigkeiten zu verstehen.
Allgemeinbildung meint also die Erziehung, Schulung und Entwicklung des Menschen in Ethik, Charakter- und Persönlichkeitsbildung im umfassenden Sinn.

Der Begriff Allgemeinbildung bzw. -wissen stammt aus einer Zeit, in der es den Menschen bewusst wurde, dass das gesamte Menschheitswissen nicht in einigen wenigen Büchern zusammengefasst werden konnte. Dazu kam die Einsicht, dass die Wissensquantität relativ unabhängig ist von der Qualität: Es gibt eine Unmenge für den Einzelmenschen sinnlosen und wertlosen Wissens (Spezialkenntnisse), aber nur einen begrenzten Grundbestand an Erfahrungen, Einsichten, Werthaltungen, die für die Persönlichkeitsbildung wichtig sind und erst den sinnvollen Umgang mit Spezialwissen ermöglichen.
Von hier aus ist auch eine plausible Neudefinition von Allgemeinbildung möglich: Allgemeinbildung ist das, was man braucht, um sich als Mensch zu entwickeln und um Spezialkenntnisse sinnvoll zu erwerben und einzusetzen. Allgemeinbildung ist also Rahmen und Fundament des Spezialwissens.

Was als Allgemeinwissen, als Synonym für den Bildungskanon, definiert wird, hängt stark von Land/Kultur, Zeit, sozialem Umfeld oder individuellem Wissen ab.
In unserer Kultur bezieht sich das Allgemeinwissen auf Sprache, Literatur, musische Talente (Musik, Kunst), Sozialkunde, Geographie, Geschichte, Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie) und Mathematik. Neu eben auch ICT / Informatikkenntnisse!
Nach Wolfgang Klafki umfasst die Allgemeinbildung nicht nur Wissen, sondern auch pragmatische Handlungsfähigkeit, ethische Beurteilungsfähigkeit, soziale Handlungsfähigkeit und ästhetische Orientierung.
Mit der Entwicklung der Informationsgesellschaft bzw. der modernen Informationstechnik bekommt Allgemeinbildung einen neuen Stellenwert: Da Informationen z.B. mit dem Internet in großer Menge schnell zur Verfügung stehen, geht es nunmehr darum, Techniken der Recherche zu beherrschen, Informationen bewerten zu können und Zusammenhänge zwischen Informationen herstellen zu können (Medienkompetenz).
Dem entspricht in besonderer Weise das von Wolfgang Klafki entwickelte inhaltliche Konzept der epochaltypischen Schlüsselprobleme wie Frieden, Umweltschutz, Demokratisierung Menschenrechte, Technikfolgen. Danach geht es bei der Allgemeinbildung darum, die zentralen gegenwärtigen Menschheitsprobleme zu verstehen und kritisch reflektiert zu handeln.
Heute wird dieser Begriff jedoch häufig als Synonym für den Bildungskanon gebraucht. Wolfgang Klafki hat diese Entwicklung vom umfassenden Bildungsverständnis zum "Bildungskanon" als Verfall der ursprünglichen humanistischen Bildungsidee interpretiert.
Im Gegensatz zum humanistischen Bildungsbegriff bezeichnet Allgemeinwissen, das oft synonym verstanden wird, einen Grundbestand von Wissen, das oft der bloßen Information gleichgesetzt wird, den sich jeder Mensch aneignen sollte: das, was man von der Welt wissen sollte.
Das umfasst, wie es dem modernen Verständnis von Wissen entspricht, erwerb- und abfragbares Wissen, das im Gegensatz zum humanistischen Bildungsverständnis nicht persönlichkeitsrelevant sein muss.
Ein ähnlicher Gegensatz zeigt sich auch im Begriffspaar Ausbildung (beruflich verwertbares Spezial-Wissen und Fähigkeiten) und Bildung (Allgemeinbildung).
Kriterien sind also 1. ob ein Bildungsinhalt von jedem Menschen erworben werden muss, um überhaupt Mensch zu sein 2. ob er in sich sinn- und werthaltig oder bloß nützlich ist 3. ob er persönlichkeitsformend ist und das Selbstverständnis und Verhalten des Menschen prägt 4. ob er grundlegend ist.
Allgemeinwissen kann im Gegensatz dazu als das Wissen definiert werden, das jeder Mensch braucht, um sich in der Welt zu orientieren.
Beide Bereiche überschneiden sich. Es gibt Orientierungswissen (z. Bsp. Verkehrsregeln), das keinen Bildungswert hat, andererseits Bildungswerte (Verantwortungsbewusstsein), die nicht zum durchschnittlichen Orientierungswissen gehören und auch nicht über Wissensprozesse erworben werden können.

Geschichte Allgemeinbildung

Allgemeinbildung bezeichnet auch die Formung und Entwicklung der allen Menschen gemeinsamen Personalität in ihrer geistigen und damit vor allem ethischen und ästhetischen Dimension.
Dieser Gedanke stammt aus der Zeit der Aufklärung, der Klassik, des Neu-Humanismus (Schiller, W. v. Humboldt) und des deutschen Idealismus (Fichte, Schelling, Hegel). Dieser Bildungsbegriff ist eng verbunden mit einem bestimmten Kulturverständnis und mit einer Philosophie, die den Menschen als Geistwesen versteht, in dem sich etwas "Höheres" zeigt oder offenbart.
Dahinter steht die Idee, dass der Mensch durch seine Vernunft und Freiheit im Gegensatz zu bloßen Dingen Sinnträger und somit Selbst-Zweck ist. Daher kann und darf er nie nur Mittel für Anderes sein [Kant]. Schiller führt diesen Gedanken weiter (in der Ankündigung der Horen 1794), insofern in der Zeit politischer Bedrängnis "ein allgemeines und höheres Interesse an dem, was rein menschlich und über allen Einfluss der Zeiten erhaben ist", vonnöten sei, um so "zu dem Ideal veredelter Menschheit" beizutragen.
Einen ersten Ansatz zu einer umfassenden Allgemeinbildung (Im Sinne des Allgemeinwissens) formulierte Johannes Comenius, mit dem Ziel, allen alles zu lehren. Ähnlich versuchten die Enzyklopädisten in der Aufklärung alles Wissen zu sammeln und der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Dieser Gedanke war insofern revolutionär, da in der damaligen Zeit Bildung nur bestimmten Bevölkerungsschichten bzw. Ständen (Adel und Klerus) vorbehalten war.

Während die Einführung der Schulpflicht im 17. und 18. Jahrhundert in erster Linie auf die Disziplinierung der Untertanen zielte, versuchten Neuhumanisten wie Wilhelm von Humboldt im 19. Jahrhundert mit ihren Schulreformen die für die Emanzipation im Sinne Kants benötigte Allgemeinbildung breiter Schichten zu ermöglichen – und scheiterten. Aus dieser Zeit stammt auch die Idee Allgemeinbildung mit dem Bildungskanon gleichzusetzen, da besonders die Epigonen Humboldts eine Ausschlussthese erschufen, wonach bestimmte Bildungsgüter unrein seien. Es entwickelte sich ein Bildungsbegriff, welcher den klassischen Inhalten Latein, Griechisch und Deutsch im Vergleich zu Naturwissenschaften und handlungsorientiertem Wissen, eine übermäßig hohe Bedeutung zumaß. Das heutige Gymnasium ist, trotz mehrerer Reformen, immer noch an dieser Idee orientiert, was sich z.B. darin äußert, dass an Gymnasien weniger direkt berufsrelevantes Wissen vermittelt wird als an berufsbildenden Schultypen.
Allgemeinbildung als Synonym für Bildungskanon [Bearbeiten]

Kritik

Adorno spricht von dem heute vermittelten Allgemeinwissen als "Halbbildung", die unvermittelt und oberflächlich bleibe. Eine wirkliche Allgemeinbildung müsse dagegen auch die kritische Reflexion der gesellschaftlichen Zustände und der eigenen Lebenswirklichkeit vermitteln und auf Mündigkeit zielen. Dies ist allerdings auch darauf zurückzuführen, dass das Wissen, welches heutzutage existiert, exorbitant angestiegen ist und immer noch ansteigt, sodass Kapazitäten zuallererst für das für den Beruf nötige Wissen "reserviert" werden müssen.

Werden heute Informatikkenntnisse in der Grundbildung nicht überbewertet?-
Fehlt in der Bildung heute nicht das Geld für Musiches und Charakterbildung?-
Sind die Budget von Schulen nicht zu einseitig beeinflusst durch die Lobby der Grossfirmen, die Ihre Hardware, Software und Zusatzdienste im Schulbereich verkaufen wollen und den künftigen Konsumenten an Ihr Marke binden wollen?-
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